Nordrhein-Westfalen / Paderborn: Katrice Lee, vermisst seit 28.November.1981

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dmaus
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Nordrhein-Westfalen / Paderborn: Katrice Lee, vermisst seit 28.November.1981

von dmaus am 21.05.2016 21:29

Paderborn. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Katrice Lee verschwunden. Die Eltern geben die Suche trotzdem nicht auf. Auch die britische Polizei will noch einmal ermitteln. Sie setzt vor allem auf moderne Kriminalistik-Methoden.

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Wenn 30 Jahre vergangen sind, dann besteht in aller Regel keine Hoffnung mehr, einen alten Kriminal- oder Vermisstenfall zu klären. Nach einer solch langen Zeit sind alle Spuren verblasst, Erinnerungen erloschen und mögliche Zeugen oft schon gestorben.

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Doch eine Spezialeinheit britischer Militärpolizisten will sich partout nicht in das scheinbar Unausweichliche fügen. Zur allgemeinen Überraschung sind Ermittler aus Bulford vor wenigen Tagen in Paderborn aufgetaucht und haben die heimische Polizei und die Staatsanwaltschaft über ihre außergewöhnlichen Vorhaben informiert.

Moderne Ermittlungstechniken

Die britischen Kriminalisten wollen tatsächlich den Fall Katrice Lee noch einmal aufrollen. „Ich habe die Hoffnung, dass wir mit modernen Ermittlungstechniken neue Erkenntnisse gewinnen", sagt Major Clive Robins. Auch ihm ist aber bewusst, dass er in einer nahezu aussichtslosen Mission unterwegs ist.

Richard Lee lebt heute in seiner Heimatstadt Hartlepool. – © FOTO: SIXTH SENSE
RICHARD LEE LEBT HEUTE IN SEINER HEIMATSTADT HARTLEPOOL. | © FOTO: SIXTH SENSE
Vor mehr als drei Jahrzehnten, am 28. November 1981, waren der britische Soldat Richard Lee und seine Ehefrau Sharon zusammen mit der kleinen Tochter Katrice nach Schloß Neuhaus zum Einkaufen gefahren. Katrice hatte Geburtstag, sie wurde an diesem Tag zwei Jahre alt. Das Kind trug rote Gummistiefel und ein blaues Mäntelchen. Es hatte blonde Locken.

Während Richard Lee draußen auf einem Parkplatz im Auto wartete, wollten seine Frau, deren Schwester Wendy und die kleine Katrice in einem NAAFI-Shop einige Besorgungen machen. Heute ist der große Armee-Einkaufsladen längst nicht mehr vorhanden, er wurde abgerissen und teilweise zu einem schmucken Bürgerhaus umgebaut. Damals fehlten Sharon Lee zum Geburtstag ihres Kindes noch ein paar Kartoffelchips. Sie ging ein paar Meter zu einem Regal. Als sie sich wieder umdrehte, war die kleine Katrice wie vom Erdboden verschluckt.

Hunderte von Spuren waren vergeblich

Sofort danach begann die Fahndung. Zahlreiche Polizisten suchten die Umgebung ab, Militärhubschrauber wurden eingesetzt, Taucher stiegen in alle nahegelegenen Gewässer. Bei den Ermittlungen vernahmen deutsche und britische Polizisten zahlreiche Personen und gingen hunderten von Spuren nach. Alles war vergeblich. „Wir denken jeden Tag an sie. Wir mussten weiterleben, auch wegen unserer zweiten Tochter Natasha, die damals erst sieben Jahre alt war", sagte Richard Lee (62) vor geraumer Zeit. Heute lebt der ehemalige Soldat in seinem Heimatort Hartlepool und Sharon Lee (61) in Hampshire.

 

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Update 06.03.2017


BRITISCHE MILITÄR-POLIZEI HIELT 36 JAHRE LANG PHANTOMBILD ZURÜCK

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36 Jahre lang dauerte es, bis die britische Militär-Polizei dieses Phantombild veröffentlichte.

Paderborn - Nach 36 Jahren könnte für eine englische Familie jetzt neue Hoffnung bestehen. Im November 1981 verschwand Katrice Lee, die Tochter eines britischen Soldaten, spurlos in Paderborn.

Zuletzt wurde die damals Zweijährige am Tag ihres Geburtstags beim Shoppen mit ihrer Mutter an einem Naafi Supermarkt auf der Militär-Basis, wo ihre Familie stationiert war, gesehen.

Wie unter anderem die BBC berichtet, veröffentlichte die britische Militär-Polizei jetzt ein Phantombild, das den mutmaßlichen Entführer der Kleinen zeigen soll.

Nach Zeugenaussagen soll der Mann auf dem Bild zum Zeitpunkt von Katrice' Verschwinden ein Kind in ein grünes Auto gesetzt haben. Laut BBC wurden Beweismittel in Verbindung mit neuen Erkenntnissen nochmals bewertet.

Katrice' Mutter kann allerdings nicht verstehen, warum diese "wichtige Augenzeugen Information" erst jetzt als relevant eingestuft wurde. Schon damals hätte man das Bild freigeben müssen, das einen Mann zeigt, der im Verdacht steht, ein Kind entführt zu haben.

Ihrer Meinung nach lag es wohl daran, dass die Ermittler damals glaubten, ihre Tochter sei in einen nahegelegenen Fluss gefallen und dort ertrunken. Ihre Leiche wurde allerdings nie gefunden.

Der Vater der Vermissten, Richard Lee, hat immer noch die Hoffnung, seine Tochter wiederzusehen. "Am Ende des Tages geht es hier um ein vermisstes Mädchen. Ich will sie zurück", sagte er gegenüber BBC.

Er und seine Frau bezeichnen das Zurückhalten des Phantombildes als "eklatanten Fehler". Zuerst wollte die Polizei keine Angaben darüber machen, wie alt das Bild ist. Erst einige Tage später kam raus, dass es tatsächlich schon vor 36 Jahren entstand.

https://www.tag24.de/nachrichten/britische-militaer-polizei-haelt-36-jahre-altes-phantombild-zurueck-paderborn-soldat-katrice-lee-224923

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.03.2017 08:26.

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